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Aktuelles

Die Beantragung einer Aufenthaltserlaubnis, die Anerkennung von Ausbildungs- und Hochschulabschlüssen, der Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft: Eingewanderte sind hierzulande mit teils sehr langwierigen bürokratischen Prozessen konfrontiert. Aktuellen Befragungsergebnissen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zufolge machen viele dabei negative Erfahrungen unterschiedlichster Art. Fast ein Drittel derjenigen, die Deutschland wieder verlassen, begründet dies auch mit diesen Erfahrungen.

Kritikpunkte zeigen sich beispielsweise bei den Verfahren zur Anerkennung von Bildungs- und Berufsabschlüssen. Kritisch bewertet werden hier vor allem die Verfahrensdauer (33 %), die Bearbeitung von Rückfragen (32 %), die Höhe der Gebühren (31 %) sowie die Verständlichkeit des Verfahrensablaufs (30 %).

Auffällig ist, dass bei Anerkennungsverfahren besonders häufig angegeben wird, dass die zuständigen Stellen nicht ausreichend bekannt waren (27 %). Die Konsequenzen für die Betroffenen, aber auch für die deutsche Wirtschaft, sind unter Umständen ebenfalls nicht unerheblich. Denn beschwerliche Anerkennungsverfahren können den Zugang zu qualifikationsadäquater Beschäftigung verzögern oder sogar blockieren, sodass vorhandene Qualifikationen auf dem deutschen Arbeitsmarkt nicht oder erst mit erheblichem Zeitverzug genutzt werden können.

Verständliche, gut zugängliche und verlässliche Verfahren könnten umgekehrt dazu beitragen, institutionelles Vertrauen zu stärken und Bleibeperspektiven zu verbessern. Gerade in Zeiten wachsenden Fachkräftebedarfs und einer tendenziell sinkenden Nettoeinwanderung ist dies auch arbeitsmarktpolitisch bedeutsam – insbesondere bei jüngeren Eingewanderten. Bürokratieabbau ist damit nicht nur eine Frage administrativer Effizienz, sondern auch ein Beitrag zur Willkommenskultur, zu institutionellem Vertrauen und zur Fachkräftebindung.

IAB-Forum: Wenn Bürokratie zur Hürde wird: Wie Eingewanderte die administrativen Verfahren in Deutschland bewerten

IAB-Kurzbericht 10/2026: Wer bleibt, wer geht – und warum Eingewanderte Deutschland wieder verlassen